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Ästhetische Forschung in Toronto – „the grass is greener“

Dokumentation und Materialien

Wir vergessen zu verstehen, wer wir wirklich sind.
Wir vergessen zu erkennen, wer wir wirklich sind.
(Sanika Hoshing)

Wollen wir die Welt, in der wir leben, besser verstehen, wollen wir zu Erkenntnis gelangen, so scheint es unumgänglich, Spannungsverhältnisse aufzudecken, Diskurse zu initiieren und sich damit dem Unbekannten und Unbequemen zu stellen. „The Grass Is Greener (on the other side“) impliziert eine Diskrepanz, die Fragen aufwirft: Wo ist es „grüner“, schöner, besser? Und was bedeutet das für uns, für unser Wirklichkeitsverständnis, für unsere Gesellschaft und unsere Handlungen?

Im Zuge des Stipendiatischen Projekts „Ästhetische Forschung in Toronto“ (22.05.-02.06.2018) wollten wir, Helmut Büttner, Darja Eßer, Simone Froschauer, Carolin Hohmann, Sonja Kádár, Lenny Liebig und Fabian Rennig, diese Fragestellungen genauer untersuchen. Als Stipendiat*innen taten wir uns daher zusammen, um diverse Institutionen aufzusuchen und durch Gespräche mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteur*innen einen Eindruck über das kanadische Einwanderungssystem zu gewinnen.

Ansatzpunkt des stipendiatischen Forschungsprojektes war also ein Land, dessen Einwanderungspolitik als vorbildlich und erstrebenswert gilt. Ein Land, das durch ein multikulturelles Miteinander, Toleranz und Diversität geprägt ist, und ein Land, das – relativ zur gesamten Bevölkerung (knapp 34 Millionen) – weltweit die höchsten Einwanderungszahlen aufweist. Kanada ist so für uns zu einem Ausgangspunkt für gesellschaftspolitische und essentielle Lebensfragen geworden: Wie wollen wir leben? Wo lässt sich das verwirklichen? Aber auch das Konkretere: Was fasziniert Einwanderer_innen an Kanada? Welche Ambivalenzen prägen das dortige Leben?

Erfahrungsbasierte Fragen, die durch künstlerische Aufbereitung auch gesellschaftskritisches Potential offenlegen. Ausgehend von unserer (künstlerischen) Forschung konzipierten wir eine Ausstellung. Mit  „The Grass Is Greener“ laden wir dazu ein, jenes  Spannungsverhältnis von Wirklichkeit und künstlerisch gestalteter Möglichkeit zu erkennen, das uns in Toronto begegnet ist: hohe Wolkenkratzer, der Trubel der Stadt und zugleich eine so beeindruckende und beruhigende Landschaft. Wir laden ein, dem Vergessen entgegenzuwirken und ein geschärftes Bewusstsein für ein Hinterfragen des oft leichtherzig daher gesagten Zitats „The Grass Is Greener (on the other side)“ zu schaffen.

Carolin Hohmann

Projektzeitraum: 22. Mai bis 02. Juni 2018 (Toronto, Kanada)
Projektleitung: Lenny Liebig, Sonja Kadár
Ausstellungszeitraum: 17. Oktober 2019 bis Sommer 2020 (HBS, Düsseldorf)

Ausschreibung:

Projektverantwortliche: Sonja Kadar, Lenny Liebig

Was ist geplant?
Anders als bei üblichen stiftungsinternen Veranstaltungen steht die Aktivität der Teilnehmer*innen im Vordergrund. Gemeinsam wollen wir die Vorbildfunktion Kanadas (insb. Torontos) untersuchen. Vor allem hinsichtlich der Einwanderungspolitik, der Integration und der Diversität ist Kanada Europa einige Schritte voraus.

Geplant sind: 
– Treffen mit den kanadischen Gewerkschaften, NGOs und Vertreter*innen politischer Institutionen, Bildungseinrichtungen und sozialer Einrichtungen
– Treffen mit lokalen Vertreter*innen
– eigene Recherchephasen in Kleingruppen
– Durchführung von (Kurz)Projekten in der großen Gruppe und individuellen Kleinprojekten in Kleingruppen
– Aufarbeitungs- und Produktionsphasen in der Unterkunft

Das Programm wird auf dem Vorbereitungstreffen vorgestellt und diskutiert.

Mit Hilfe der Ästhetischen Forschung erarbeiten wir gemeinsam Forschungsfragen, führen vor Ort Recherchen durch, sammeln und diskutieren unsere Ergebnisse und produzieren letztendlich ein Gruppenergebnis. Alle Ergebnisse sollen hier auf dieser Homepage gepostet werden. Darüber hinaus wird eine Publikation in der BuKo-Info und Mitbestimmung angestrebt.

22.05.-02.06.2018

www.artsandpolitics.org/toronto

Anmeldeschluss 17.12.2017