Hochschule für Geflüchtete

 

Projektdauer: Von 11/2015 bis 11/2016

Das Projekt „Hochschulaktion für geflüchtete Studierende“ verfolgt das Ziel, die Bedingungen für den Hochschulzugang von Flüchtlingen in Deutschland zu verbessern, um zum einen Talente zu fördern, aber auch um Diskriminierung abzubauen und Isolation zu bekämpfen.

 

Bei den letzten Stipendiat*innenkonferenzen der HBS wurde die Situation von Flüchtlingen thematisiert und es wurden zu diesem Thema mehr Anträge gestellt und angenommen.

Im vergangenen Jahr wurde das Asylgesetz nach mehreren Jahren mehrmals verschärft.

Neben diesen Verschärfungen bleibt es für geflüchtete Menschen auch problematisch, in Deutschland ihr Studium fortzusetzen oder ein Erststudium aufzunehmen. Ein Anspruch auf BAföG ist für Geflüchtete kaum möglich und an  Voraussetzungen gekoppelt, die für Geflüchtete  aufgrund ihrer Situation schwer erfüllbar sind. In manchen Bundesländern ist das Studium für Geflüchtete sogar verboten. Es bleibt daher schwer ein abgebrochenes Studium in Deutschland fortzusetzen und Ansprechpartner*innen an Hochschulen zu finden, die eine*n bei der Fortsetzung der weiteren akademischen Ausbildung unterstützen können.

 

Der Erhalt eines Stipendiums ist für begabte und engagierte Geflüchtete fast unmöglich. In manchen Bundesländern ist das Studium für Geflüchtete sogar gesetzlich untersagt. Nicht selten sind Geflüchtete in Bereichen tätig, die ihren Qualifikationen nicht gerecht werden. Der Grund: Viele Studierende müssen ihr Studium aufgrund der Flucht abbrechen und finden keine Möglichkeit, es in Deutschland fortzusetzen. Auch wenn sie in der Heimat ihr Studium abgeschlossen haben, wird der Abschluss in Deutschland häufig nicht anerkannt.

Während des Asylverfahrens vergeht meist viel Zeit  ungenutzt und für die anerkannten Flüchtlinge ist die (Wieder-) Aufnahme eines Studiums mit erheblichen Hürden verbunden. Sprach- und Orientierungsschwierigkeiten in den Strukturen des deutschen Bildungs- und Arbeitsmarktes können eine Rolle spielen.  Zusätzlich wird eine akademische Laufbahn durch die  Zulassungsvoraussetzungen  an den Hochschulen sowie durch Landesgesetze erschwert. Weitere Hürden beim Hochschulzugang für Geflüchtete entstehen darüber hinaus durch die intransparenten, von Land zu Land und Hochschule zu Hochschule unterschiedlichen Regelungen. So können die Berufswünsche häufig nur unzureichend verfolgt werden. Die Betroffenen arbeiten fortan unterhalb ihrer ursprünglichen Qualifikation und Eignung, was zum einen für die Flüchtlinge mit Studienmotivation sowie für die deutsche Wirtschaft suboptimal ist- Stichwort Brainwaste.

 

Das Projekt „Hochschulaktion für geflüchtete Studierende“ verfolgt das Ziel, die Bedingungen für den Hochschulzugang von Flüchtlingen in Deutschland zu verbessern, um zum einen Talente zu fördern, aber auch um Diskriminierung abzubauen und Isolation zu bekämpfen.

Dies ist der erste Schritt, um den Weg zur Chancengleichheit zu ebnen. Gleichzeitig richtet es sich gegen die Verschwendung der beruflichen Qualifikation und dem Potential, das die geflüchteten Menschen mitbringen und trägt zur Prävention sozialer Ungleichheit bei.

Das Ergebnis des Projekts wird ein Leitfaden zur Orientierung von Studierenden an Universitäten sein, die Geflüchtete bei der Fortsetzung und bei dem Beginn ihres Hochschulstudiums  unterstützen können. Im Leitfaden werden wir  verschiedene Informationen bündeln v.a. über

  • Hochschulzugangsberechtigung für geflüchtete  Studieninteressierte in Deutschland
  • Finanzierungsmöglichkeiten (z.B. Stipendien oder Stiftungen, die besonders Geflüchtete unterstützen) .
  • Angebote von Hochschulen,  an denen die Zugangsbedingungen für Geflüchtete besonders erleichtert wurden .
  • Studentische  Initiativen /Projekte an  den Hochschulen, die geflüchtete Studierende unterstützen.

Ausgehend von den Stipendiat*innengruppen erhoffen wir uns als weiteren Effekt die Entstehung eines Netzwerks aus in Deutschland Studierenden und Geflüchteten, welches  kompetente Ansprechpartner*innen und engagierte Studierende bereitstellt, um das defizitäre politische Engagement in diesem Bereich auszugleichen. Abgesehen von den politischen Motivationen, die uns zu diesem Projekt antreiben, erwarten wir einen persönlichen Erfahrungsgewinn durch die Planung und Durchführung des Projekts, sowie eine Wissenserweiterung und Hilfestellung für unsere Mitstipendiat*innen, die sich in diesem Bereich engagieren

 


 

Veranstaltungen

 

  • Arbeitstreffen (SK-2015) Köln — 17-20. Dezember 2015
  • Informationstreffen Dresden — 8.-10. Januar 2016
  •  Arbeitsseminar/ Workshop  Berlin — 8.-10. April 2016
  • Arbeitstreffen Heidelberg— 8.-10. Juli 2016
  • Arbeitsreisen  Bundesweit — August-September —2016
  • Stipendiatische Konferenz  Frankfurt am Main — November 2016
  • Abschlusstreffen Dortmund — November 2016 

 

 

Weiterführendes

 

  • www.hochschule-ohne-grenzen.org
  • www.facebook.com/hochschulaktion

 

 

Kontakt

 

  • E-mail: aktion@hochschule-ohne-grenzen.org

 

 

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