Schule – Rassismus – Stadt. Berliner Initiative gegen institutionelle Diskriminierung


Projektdauer: Von 11/2015 bis 09/2016

Das Projekt „Schule – Rassismus – Stadt“ möchte zur Auseinandersetzung mit institutioneller (Mehrfach-)Diskriminierung in Berlin-Neukölln und -Kreuzberg anregen. Gemeinsam mit lokalen Bildungsinitiativen, Schulen, Schüler_innen, Eltern und Migrantenorganisationen möchten wir die Sensibilisierung hinsichtlich diskriminierender wie rassistischer Verhältnisse und dessen Konsequenzen auf den Schulalltag fördern, bereits bestehende Handlungsansätze in diesem Feld stärken sowie weitere Ideen und Handlungsmöglichkeiten diskutieren, wie wir gegen institutionelle (Mehrfach-)Diskriminierung vor Ort vorgehen können. Erstes Ziel des Projekts ist eine öffentliche Fachtagung zum Thema, die am 16./17. September 2016 in Kreuzberg/Neukölln stattfinden wird.

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[tab title=“Hintergrund und Ziele“]

Als in Berlin lebende und forschende Promotionsstipendiatinnen beobachten wir, wie hier politische und institutionelle Faktoren sowie dominante gesellschaftliche Diskurse – insbesondere über Individuen und Gruppen, denen ein ‚Migrationshintergrund’ zugeschrieben wird – gesellschaftliche Teilhabe- und Mitbestimmungsmöglichkeiten behindern oder verwehren sowie Biographien und Interaktionen in der Schule nachhaltig strukturieren. Es fällt uns auf, dass die Dimension der institutionellen (Mehrfach-)Diskriminierung eine große Leerstelle in den Erzählungen und dem Alltagshandeln von Pädagog_innen und anderen Akteuren im Kontext der Schule darstellt. Erfahrungen und Beobachtungen werden nicht auf strukturelle Benachteiligungsmechanismen, asymmetrische Machtverhältnisse und gesamtgesellschaftliche Problemlagen zurückgeführt, sondern meist auf die ‚Kultur’, die ‚Nation’, die ‚Religion’, den ‚sozialen Hintergrund’ usw. des einzelnen Individuums. Rassistisch strukturierte Ungleichheiten werden auf diese Weise häufig ‚privatisiert’ und damit gesellschaftlich unsichtbar gemacht.

Zudem fehlt es meist an konkreten Bezugspunkten, Handlungsoptionen und Austausch, um die eigene ‚Empörung’ über strukturelle wie institutionalisierte Ungleichheitsverhältnisse auf die Situation in der direkten Nachbarschaft, im Viertel oder im Bezirk zu übersetzen, zu thematisieren und in eigenes Handeln zu überführen. Austausch- und Selbstermächtigungsprozesse werden zudem durch aktuelle bildungs-, integrationspolitische und sozialräumliche Prozesse erschwert. Diese tragen oftmals zur Entsolidarisierung und Konkurrenz in Bildungsräumen bei, anstatt gegenseitiges Verständnis und einen gemeinsamen Einsatz für gleichberechtigtere Rahmenbedingungen zu stärken.

Mit unserem Projekt möchten wir an diesen Beobachtungen ansetzen und auf lokaler Ebene, zusammen mit Einzelpersonen, Akteuren aus der Schule sowie lokalen Initiativen, Ideen austauschen und (weiter)entwickeln, wie wir diskriminierende und rassistische Verhältnisse vor Ort, insbesondere im Kontext der Schule, thematisieren und gemeinsam dagegen aktiv werden können. Im Mittelpunkt des Projekts stehen u.a. folgende Fragen:

Welche behördlichen, statistischen, institutionellen, politischen Vorgaben und welche dominanten gesellschaftlichen Diskurse stehen hinter einem bestimmten diskriminierenden Sprechen und Handeln in Schule und im Lokalraum der Schule? Wie äußern sich institutionelle (Mehrfach-)Diskriminierung und Rassismus konkret an Neuköllner und Kreuzberger Schulen und in dessen Umfeld; welche (unterschiedlichen) Erfahrungen sind damit verbunden?

Wie können diese Strukturen öffentlich thematisiert, kritisiert und Veränderung angeregt werden? Wie können bereits existierende Projekte und Initiativen in diesem Bereich breiter kommuniziert und miteinander vernetzt werden? Welche (zusätzlichen) Formen des Austauschs und des Handelns braucht es, um gemeinsam und solidarisch gegen institutionelle (Mehrfach-)Diskriminierung vor Ort vorzugehen? Wie lassen sich in die Auseinandersetzung möglichst viele Anwohner_innen (Eltern, Schüler_innen, Pädagog_innen, Akteure aus Vereinen und Migrantenorganisationen) von vor Ort einbinden?

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[tab title=“Umsetzung“]

Mit dem Projekt möchten wir einen langfristigen und nachhaltigen Austausch über Formen und Effekte institutioneller (Mehrfach-)Diskriminierung in zusammenhängenden ‚Kiezen’ bzw. Schuleinzugsbereichen in Berlin-Neukölln und -Kreuzberg anregen. Hierfür sind zunächst mehrere Veranstaltungen geplant:

  • Im Rahmen zweier Vernetzungstreffen im Februar und Mai 2016 möchten wir mit weiteren HBS-Stips sowie Vertreter_innen verschiedener lokaler Bildungs-Initiativen, Eltern, Jugendlichen sowie weiteren lokalen Akteur_innen ins Gespräch kommen, unsere Projektidee und mögliche Handlungsschritte diskutieren und die Akteure in unser Vorhaben einbinden.
  • Im Rahmen eines am 5. April 2016 stattfindenden Workshops für Berliner Lehramtstudent_innen (insbesondere Stipendiat_innen der Hans-Böckler-Stiftung) beschäftigen wir uns aus theoretischer wie praktischer Perspektive mit institutionalisierten diskriminierenden wie rassistischen Verhältnissen und deren Konsequenzen auf den Berliner Schulalltag. Wir möchten hier zudem unser Projekt vorstellen, dieses gemeinsam weiterentwickeln und darüber weitere Interessierte in die Organisation der anstehenden Fachtagung einbeziehen.
  • Für den 16./17. September 2016 organisieren wir mit Unterstützung und Expertise der Akteur_innen der Vernetzungstreffen eine öffentliche Fachtagung zu institutionalisierter (Mehrfach-)Diskriminierung an Berliner Schulen in Kreuzberg/Neukölln für Lehrer_innen, Eltern, Jugendliche, Migrantenorganisationen, HBS-Stips und lokale Bildungsintiativen. Neben der Sensibilisierung für und dem Austausch über institutionalisierte diskriminierende und rassistische Verhältnisse im Lokalraum und damit verbundenen Erfahrungen im (Schul-)Alltag, möchten wir hier Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf eine diskriminierungs-kritische sowie rassismus-sensible Schul- und Sozialraumentwicklung vorstellen, (weiter)entwickeln und gemeinsam angehen.

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[tab title=“Mitmachen“]

Wir freuen uns über weitere Stipendiat_innen, die am Projekt mitwirken und/oder mit uns darüber in den Austausch kommen möchten. Es gibt viele Möglichkeiten sich einzubringen, je nachdem, was dich interessiert und wie viel Zeit du mitbringst. Bei Interesse melde dich gerne: srs-initiative@gmx.de

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Veranstaltungen

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  • lokale Vernetzungstreffen
  • Workshop (5. April, Berlin)
  • Tagung (16./17. September, Berlin)

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Weiterführendes

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Kontakt

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  • E-mail: srs-initiative@gmx.de
  • Ellen K. (ProjektVA)
  • Isabel D. (FinanzVA)

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