Sanaa Mtaani


Einblicke in die gegenwärtige Kunst Nairobis

Projektdauer: Von 04/2013 bis 03/2014

Wir wollen mit diesem stipendiatischen Projekt einen Einblick in die Rolle gegenwärtiger Kunst in Nairobi, Kenia, gewinnen. „Sanaa Mtaani“ ist Swahili und bedeutet  „Kunst in der Stadt“. Darauf legen wir den Fokus: Die aktuelle Kunstszene in Nairobi, jenseits von Mainstream und stereotypen Bildern. Wir wollen die Wahrnehmung aktueller nairobischer Kunst  mehrdimensional untersuchen: Aus Sicht der Rezipient*innen in Kenia und im westlichen Ausland, besonders aber aus Sicht nairobischer Künstler*innen. Uns leitet dabei die Frage, inwiefern Kunst eine emanzipatorische und politische Funktion hat, insbesondere die Kunst im öffentlichen Raum. Ziel des Projektes soll die Erarbeitung eines Kataloges sein, welcher zum einen Beispiele afrikanischer Kunst aus unterschiedlichen Segmenten beinhalten soll und des Weiteren einen Einstieg damit anbieten, um mit Stereotypen gegenüber „afrikanischer Kunst“ zu brechen.

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[tab title=“Hintergrund“]

Die Projektinitiatorin Anna Lafrentz knüpfte 2012 bei einem Praktikum im Kunstzentrum „Arterial Network“ in Nairobi erste Kontakte zur hiesigen Künstler*innenszene. Angeregt durch eine Präsentation ihres Aufenthaltes beim Fachgruppentreffen des Clusters „Kunst & Kultur“ diskutierten wir anschließend über die Wahrnehmung zeitgenössischer Kunst im interkulturellen Vergleich. Es stellten sich uns mehr und mehr Fragen: Welchen Stellenwert hat Kunst in der deutschen, welchen in der kenianischen Gesellschaft? Welche Kunstströmungen existieren gegenwärtig in Nairobi – jenseits von „Klischee-Kunsthandwerk“? Wer sind die Rezipient*innen, wer die Konsument*innen? Welchen Einfluss verübt die Kolonialgeschichte Kenias auf die gegenwärtige kenianische Kunst? Die Vielfalt der aufkommenden Fragen ließ die Idee entstehen, sich innerhalb eines Projektes vertieft mit ihnen auseinanderzusetzen.
Die zu bildende Projektgruppe ist dabei interdisziplinär aufgestellt, um zum einen die verschiedensten Interessengebiete bedienen zu können, zum anderen um in der Projektgruppe synergetische Prozesse zu initiieren. Aus dem Blick unserer verschiedenen Fachrichtungen heraus stellen sich unterschiedliche Interessen und Schwerpunkte. Wir fragen nach der Künstler*innenbiografie, dem Einfluss von Staat und Ort auf das Werk, dem Wirken von Kunst in der Gesellschaft, den Einfluss der Kolonialgeschichte auf die Kunst und die Rezipient*innen, nach der Bedeutung kommerzieller Kunst, dem Einfluss des Kulturtourismus auf die Kunst und das Kunsthandwerk, nach der Möglichkeiten der kulturellen Übersetzung von Themen in der gegenwärtigen Kunst.

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[tab title=“Umsetzung“]

Das Projekt ist in drei Phasen gegliedert. Die Dreiteilung ergibt sich aus einer vorbereitenden Einführungsphase in Deutschland, der Zeit des Aufenthalts in Nairobi und der Nachbereitung der Reise mit anschließender Katalogerstellung. Die erste Phase umfasst die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung. In zwei Vorbereitungstreffen werden inhaltliche und thematische Schwerpunkte des Projektvorhabens erarbeitet. Dies erfolgt aufgrund persönlicher Interessenlagen der Teilnehmer*nnen. Neben der inhaltlichen Ausgestaltung des Aufenthalts vor Ort arbeitet sich die Gruppe in historisch, kulturell und politisch relevante Themen der Reise ein. Sowohl die Geschichte bzw. Kunstgeschichte Kenias/ Nairobis als auch die Auseinandersetzung mit deutscher Kolonialgeschichte erfährt hier Beachtung. Weiterhin wird ein Zeitplan erstellt und alle Termine für die Projektdurchführung beschlossen.
In Nairobi soll dann ein möglichst breiter Zugang zu verschiedenen Facetten der Kunst erfolgen. Dabei interessieren uns sowohl staatliche Akteure im Verantwortungsbereich für Kunst als auch kleinere Vereine und individuelle Künstler*innenbiografien. Um ein möglichst großes Spektrum an gegenwärtiger Kunst aufzeigen zu können bilden die Reiseteilnehmer*innen zunächst Kleingruppen mit inhaltlichen Schwerpunkten. Auf diese Weise erfolgt ein interessengeleiteter Einblick in die Themenbereiche: Alltagskunst bzw. Kunsthandwerk, Film und Fernsehen, neue Medien, Museen/Galerien, Graffiti und Musik. Mit Hilfe von Interviews, Stadtrundgängen, Reisetagebüchern u.ä. soll ein multiperspektivischer Zugang zu verschiedenen Facetten der Kunst in Nairobi ermöglicht werden. Im Verlauf des Aufenthalts stellen die einzelnen Kleingruppen dann den restlichen Teilnehmer*nnen den durch sie beleuchteten Teilbereich vor.
In der letzten Phase des Projekts werden die erarbeiteten Detailansichten einzelner Kunstakteure als Katalog veröffentlicht. Die kritische Reflexion der Repräsentation der Kunst aus Kenia in Deutschland soll dabei ein wesentlicher Bestandteil der inhaltlichen Auseinandersetzung sein. Im Vordergrund steht folglich die Auswahl der zu veröffentlichenden Kunstwerke durch die Kunstschaffenden selbst. Nicht wir entscheiden was im Katalog gezeigt wird, sondern die beteiligten Künstler*nnen. Unterstützt werden die gewählten Bilder durch die im Vorfeld geführten Interviews. Vervollständigt wird der Katalog mit Texten über unsere individuelle Auseinandersetzung mit der Reise. Dabei steht die individuelle Wahrnehmung bzw. Interpretation und Reflexion der einzelnen TeilnehmerInnen im Fokus. Die individuellen Beiträge der Projektbeteiligten kontrastieren die dargestellten Künstler*innenportraits. Sie betonen die Einzelerfahrungen der Teilnehmer*innen, deren unterschiedliche Reflexionsprozesse und Reiseeindrücke. Mit Hilfe dieser einzelnen Puzzleteile wird ein mehrdimensionaler Blick auf die Kunst in Nairobi und auf die individuellen Wahrnehmung einzelner Akteure auf die gemeinsame Reise möglich.

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[tab title=“Ziel“]

Unser primäres Ziel ist die Erstellung eines Kataloges, welcher einen Einblick in das Schaffen kenianischer Künstler*innen in Nairobi gewährt. Dem Begriff „Einblick“ kommt eine tragende Bedeutung zu; wir erheben nicht den Anspruch ein vollständiges Abbild zeitgenössischer Kunst in Nairobi zeigen zu können. Ähnlich dem Licht einer Straßenlaterne, welche bestimmte Dinge beleuchtet und andere im Dunkeln lässt, werden wir uns in Nairobi von unseren Wahrnehmungen leiten lassen. Wir möchten ein künstlerisches Stadtportrait der Gegenwart zeigen. Mit diesem Katalog wollen wir stereotype Bilder aufbrechen – und zur Auseinandersetzung mit Kunst anregen. Unsere Zielgruppe sind dabei primär die StipendiatInnen; wir verstehen uns als Vermittler*innen.

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Termine

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  • Erstes Vorbereitungstreffen
    29. – 30.06.2013
  • Zweites Vorbereitungstreffen
    30.11 – 01.12.2013
  • Reise
    09.12.2013 – 19.12.2013
  • Nachbereitungstreffen
    11. – 12.01.2014
  • Katalogerstellung & Projektabschluss
    13.01. – 31.03.2014

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Weiterführendes

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Kontakt

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