Bavarian Taliban


Projektdauer: Von 05/2012 bis 05/2013

Ein performatives Kunstprojekt über die mediale (Selbst-)Inszenierung von Zivilisation und Barbarei zwischen Alpen und Hindukusch.

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[tab title=“Das Projekt“]Mit der ambivalenten Kunstfigur des BavarianTaliban bewegen sich Hamon Tanin (* in Kabul) und Marcus Hank (* in München) im mehrmonatigen, ungeschützten Freilandversuch von Sommer bis Herbst 2012 im bayerischen Bergland rund um den Watzmann und damit auch zwischen den Kulturen, Klischees und Vorurteilen unserer Gesellschaft, sowie den unterschiedlichen Selbstverständnissen von Demokratie, Religion, Integration und Assimilation.

Ihr Auftritt in Stadt und Land schafft Verstörung, Schmunzeln womöglich auch Verängstigung und provoziert zur Reflexion der Eigen- und Fremdwahrnehmung. Hierbei hinterlassen sie mediale/digitale Spuren auf Facebook, Youtube und in einem Taliban-Blog. Die Fiktion sucht hier eine Auseinandersetzung mit dem Realen. In einer Performance-Vortrags-Reihe ab Anfang 2013 berichten und arbeiten sie mit ihren Erfahrungen und Ergebnissen vor und mit Publikum. Diese Vorträge mit „ästhetischen Mitteln“ sind gemeinsame Inszenierungsprozesse, die weniger eine Gegenöffentlichkeit darstellen sondern vielmehr die Entstehung eines gesellschaftlichen, herrschenden Konsens thematisieren und in Frage stellen.

Wie demokratisch und frei von fundamentalistischen Wertvorstellungen ist dieses Land, das mit militärischer Intervention und Anti-Terror-Gesetzen internationale Maßstäbe von Bürger- und Menschenrechten setzen möchte?

Watch out for BavarianTaliban!

Laufende Informationen über das Projekt und links zu allen Dokumentationen, Auftritten /Einsätzen im öffentlichen Raum und Internet (Facebook, Youtube, Blog, etc.) finden sich unter folgendem link: bavariantaliban

Aufführungen / Vorträge finden ab Februar 2013 in verschiedenen Städten der Bundesrepublik Deutschland statt. Dafür sucht das Projekt noch interessierte Kooperationspartner, gesellschaftspolitische Netzwerke / Institutionen und geeignete Einsatz- /Aufführungsorte.[/tab]

[tab title=“Umsetzung“]

Kunstinterventionen im öffentlichen Raum:

• Steinernes Meer (Nationalpark Berchtesgaden)

• Berchtesgaden

• Salzburg

• Bad Reichenhall

• Rosenheim

mit

• Bergsteigerischen Exkursionen der BavarianTaliban zwischen Berchtesgaden und Saalfelden (Dokumentation / Live-Dokumentation)

• Kulturausübung (Tanz, Gesang, Musik) und rituelles Verhalten im öffentlichen Raum

• Besuch der BavarianTaliban von Kunstprojekten, Ausstellungen und öffentlichem Leben

• Präsentation der Kampagne „Aussteigerprogramm Taliban“ an Infoständen. Hier wird das Konzept einer Resozialisierungsmaßnahme für Talibankämpfer vorgestellt, die eine mögliche Ansiedlung ehemaliger Aufständischer in der salzburger und bayerischen Bergwelt als Hüttenwirte, Bergführer und Bergrettung vorsieht. (vgl. Kampagne Sherpas in Tirol)

• Angebot von Nachhilfekursen für Bundeswehrsoldaten „Umgang mit afghanischer (Zivil)Bevölkerung“. Hier gibt es privaten Nachhilfeunterricht von kompetenter Seite. Basierend auf den zum Teil desaströsen Erfahrungen durch das (Fehl-) Verhalten der militärischen Intervention in Afghanistan (z.B. Leichenschändungen, Koranverbrennung, Bombardierung ziviler Bevölkerung) wird hier einer scheinbaren Marktlücke nachgekommen. • BavarianTaliban-Blog • BavarianTaliban-Facebook-Aktivitäten

• BavarianTaliban-Youtube-Channel

• Aufführungs- / Performance-Reihe (in Zusammenarbeit mit den lokalen StipendiatInnengruppen der Hans Böckler Stiftung) Vorträge mit ästhetischen Mitteln, basierend auf den Erfahrungen und Dokumentationsmaterialien der Experimente im öffentlichen Raum. Sie sind interaktiv gestaltet und fördern bzw. fordern eine Mitwirkung aller Anwesenden. Die jeweilige Aufführung bewegt sich zwischen wissenschaftlichem Vortrag, soziologischem Experiment, Lehrstück (Brecht), Konferenz, Diskussion, Dokumentartheater und literarischem Schauspiel. Gezeigt wird keine Inszenierung, der Inszenierungsprozess findet statt unter Sichtbarmachung von Präsenz- und Repräsentationsstrategien, Darstellungs- und Verklärungsmustern sowie klischeehaften Vorstellungen vom Eigenen und dem Fremden.

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[tab title=“Aufführungen“]
BavarianTaliban – eine deutsch-afghanische Inszenierung

Einführung

Ein performatives Kunstprojekt über die mediale (Selbst-)Inszenierung von Zivilisation und Barbarei zwischen Alpen und Hindukusch.

Mit der ambivalenten Kunstfigur des BavarianTaliban bewegen sich Hamon Tanin (* in Kabul) und Marcus Hank (* in München) im mehrmonatigem, ungeschützten Freilandversuch ab Sommer 2012 im bayerischen Bergland rund um den Watzmann, und damit auch zwischen den Kulturen, den Klischees und Vorurteilen unserer Gesellschaft, sowie den unterschiedlichen Selbstverständnissen von Demokratie, Religion, Integration und Assimilation.

Unsere Auftritte in Stadt und Land schaffen Verstörung, Schmunzeln womöglich auch Verängstigung und provoziert zur Reflexion der Eigen- und Fremdwahrnehmung. Hierbei hinterlassen wir mediale, digitale Spuren auf facebook, youtube und in einem taliban-blog. Die Fiktion sucht hier eine Auseinandersetzung mit dem Realen.

In einer Performance-Vortrags-Reihe Anfang 2013 berichten und arbeiten wir mit unseren Erfahrungen und Ergebnissen vor und mit Publikum und kreieren damit „Heimatabende“. Diese Vorträge mit „ästhetischen Mitteln“ sind gemeinsame Inszenierungsprozesse, die weniger eine Gegenöffentlichkeit darstellen, sondern vielmehr die Entstehung eines gesellschaftlichen, herrschenden Konsens thematisieren und in Frage stellen.

Die Inszenierungen

Wir inszenieren zusammen mit dem „Publikum“ den viel beschworenen „Kulturkampf“ in Echtzeit. Ausgehend von augenfälligen Analogien zwischen afghanischen und bayerisch-deutschen Fundamentalismen, werden mediale Inszenierungen und Klischees von Kulturen, politischen, ökonomischen und sozialen Systemen sowie die Argumentation für militärische Interventionen auf die Bühne und zur Diskussion gestellt. Konstruiert wird hierfür die Kunstfigur des BavarianTaliban, die die Komplexität und vor allem die Ambivalenz von Aufstand (Emanzipation) und Unterdrückung (Terror, Diktatur) in sich trägt (in Afghanistan wie in Bayern). Landschaftliche und kulturelle Ähnlichkeiten (Berge/Traditionspflege/Tracht) werden hier nutzbar gemacht und die beiden Protagonisten (Tanin/Hank) schöpfen hier stark aus der eigenen Biographie und Sozialisation.
In einem „Vortrag mit ästhetischen Mitteln“, der einer vorgegebenen, erarbeiteten Dramaturgie folgt, werden auf verschiedenen Ebenen Identität sowie Wahrnehmung des Eigenen und des Fremden diskutiert. Gemeint ist hier ein bundesrepublikanisches Selbstverständnis und der Blick auf Afghanistan, das Land, das System, die Menschen dort (bzw. als Flüchtlinge hier).
Auf einer Spielebene, einer Kommentarebene und einer interaktiven Austauschebene werden mit den formalen Mitteln des Performativen (Schauspiel, Musik, Videoinstallation) und verschiedenen Diskussionsformen unser gelernter Umgang mit aufklärerischen (demokratischen) und anti-aufklärerischen (barbarischen) Tendenzen durchexerziert. Die Spielebene (Rollen/Figuren) erlaubt es subjektive und emotionale Seiten der Thematik in die Diskussion einfließen zu lassen bzw. um die Diskussion zu unterbrechen.
Die praktische Umsetzung davon ist eine Mischform aus Schauspiel, Lehrstück (Brecht), Diskussion, Vortrag und Konferenz und versteht sich als „soziologisches Experiment“, das nicht nur als Bühne für Aufklärung (Inhalte) dient, sondern vor allem als Austauschprozess mit dem „Publikum“ Selbstreflexion zum Ziel hat. Jede „Aufführung“ gilt als einzelner Versuch einer gesamten Reihe. Die Versuchsanordnung wird entsprechend der jeweiligen Erkenntnisse adaptiert, d.h. das Stück verändert sich ständig von „Aufführung“ zu „Aufführung“.
Hierbei wird während der „Aufführungen“ ganz gezielt von den ProjektmacherInnen vermieden, sich klar inhaltlich verorten zu lassen. Durch fließende Übergänge von Rollen zu Meinungen sollen Verunsicherungen und Störungen einer klassischen Theaterrezeption erzeugt werden, die alle Beteiligten auf die eigene Meinung zurückwerfen und die Suche nach einem Standpunkt erzwingen. Dies soll einen Skeptizismus hervorrufen, der gerade die Beobachtung von sich selbst und/oder der anderen Anwesenden forciert.

Ziel der Inszenierungsreihe:

Ziel ist die Ergänzung von klassischen, aufklärerischen Angeboten (Seminare, Tagungen, Bildungsabende) zum Themenkomplex Afghanistan/militärische Intervention/deutsche (bayerische) Identität um die unmittelbare Diskussion der eigenen individuellen Positionierung (rational/emotional) innerhalb der Themenfelder. Alle Teilnehmenden sollen sich selbst und ihre Wahrnehmungsweise reflektieren. Die Kraft von vorgetragenen Fakten unterliegt stets dem vorgefertigten Standpunkt der Betrachtenden, deshalb wird dieser im Projekt zum Hauptgegenstand der „Aufführungen“ erhoben. Durch die starken emotionalen Komponenten des Theaters sollen nachhaltige und auch diskussionswürdige Eindrücke erzeugt werden, die eine weitere Auseinandersetzung mit den Inhalten fördern sollen. Angestrebt werden 10 „Heimatabende“ an 10 verschiedenen Orten bundesweit, organisiert in Zusammenarbeit mit den lokalen Stipendiaten-Gruppen der Hans Böckler Stiftung.

„Aufführungen“ vor Ort:

Bei der geplanten Performance-Reihe in 2013 handelt es sich um flexible Aufführungen, die den verschiedenen Orten und auch den Diversitäten der Zuschauergruppen Rechnung tragen.
Stattfinden kann dies in Seminarräumen, Theatern, Hörsälen, Kulturzentren, Konzerthäusern, aber auch im öffentlichen Räumen (in und vor Bundeswehrkasernen, Abschiebezentren, Bahnhöfen, etc.).
Hierfür benötigen wir Kooperationspartner vor Ort, die unseren Einsatz wünschen, organisieren und bewerben. Ankündigungs- und Informationsmaterial wird von uns gestellt (Plakat, Pressematerialien, „Programmheft“). Die anfallenden Kosten (Mieten, Anreise) müssen von den Kooperationspartnern bzw. Stipgruppen getragen werden. An technischer Ausstattung benötigen wir „Seminarraum“-Standard vor Ort, bringen ansonsten alles selbst mit (gegebenenfalls auch Licht/Ton/Projektion).
Die geplanten „Aufführungen“ sollen zwischen eineinhalb und zweieinhalb Stunden dauern. Die Diskussion mit den Anwesenden ist hierbei konzeptionell schon in die „Aufführung“ integriert.

Unsererseits besteht ein Interesse an lokalen Netzwerken vor Ort, die den akademischen Zirkel um politische, soziale, künstlerische Institutionen und Organisationen erweitern und damit auch das Publikum heterogener gestalten.
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